GIORNATA DELLA BIODIVERSITA' / DAN BIODIVERZITETE

Mercoledì, 09 Maggio 2012 10:07

Der 'Schelm Wald': ein Bestimmungsschlüssel für die Gehölze

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Autoren: Pier Luigi Nimis, Alessandro Andriolo, Paul Zipperle, Klaus Oberlechner, Paolo Giacomoni - Bilder von Andrea Moro -

 Der ‘Schelm Wald’ ist ein Lehrpfad an den Hängen von Kohlern bei Bozen.

Er wurde von der Forststation Bozen in Zusammenarbeit mit der Rehabilitationswerkstätte Kohlern des Sozialen Dienstes errichtet, wobei nur Materialien verwendet wurden, die an Ort und Stelle gefunden wurden. Deshalb kann es oft schwierig sein, die „künstlich’ errichteten Strukturen vom umgebenden Wald zu unterscheiden.

Der Laie, der sich zum ersten Male in den „Schelm Wald’ wagt wird erstaunt sein.

In unseren Breiten denkt man beim Begriff „Wald’ meist an einen Fichtenwald, wo die Fichten Habt Acht in Reih und Glied stehend nicht selten eine imposante Ehrenformation darstellen. Hier jedoch ist von einem majestätischen Glanz keine Spur. Wir tauchen in einen ruppigen und scheinbar ungeordneten Wald ein. Unsere Füße stoßen sich mehr am Porphyr, der ausreichend vorhanden ist, als dass sie auf weichen Waldboden treten. Wir sind von Hopfenbuchen, Eichen und vereinzelten Kastanien umgeben. Wir treffen die so genannte „neue’ Robinie an, welche vor einigen Jahrhunderten eingeführt wurde und sich oftmals in einem fast besorgniserregendem Maße wohl fühlt. Platz findet auch ein Vertreter der Koniferen: die genügsame und sonnenliebende Rotkiefer. Diese musste zusammen mit den Laubhölzern im Laufe der Jahrhunderte den verschiedensten Ansprüchen der Menschen gerecht werden; so musste der Wald neben dem Brennholz auch Bauholz liefern. Grundsätzlich sind die Pflanzen jedoch kleinwüchsig, dürfen wachsen wie sie wollen und sind an eine karge Diät angepasst, besonders an längere Trockenperioden. Die älteren unter ihnen verlieren gelegentlich den einen oder anderen Ast, oder legen sich bisweilen quer auf dem Pfad zur letzten Ruhe. Schließlich erscheint alles unordentlich, aber die Natur hat sehr wohl einen Ordnungssinn, wenngleich dieser nicht dem menschlichen entspricht. Im Wandel der Jahreszeiten offenbart dieser Ort letztendlich seinen ganzen Glanz und Zauber. Wir können uns vorstellen, wie sich das Laub der Bäume zwischen Sommer und Winter verändert. Langsam verändert es sich im Laufe des Herbstes, und schenkt uns eine immense Farbenpracht bis die Bäume im Winter das Kleid ablegen und eine Zeit der Ruhe und Stille eintritt. Im Winter betreten unsere Füße einen raschelnden Teppich an Blättern verschiedenster Formen und Farben. Sie aufmerksam zu beobachten ist oft ein angenehmer Zeitvertreib.

Mit der ersten Wärme beginnt der Wald erneut, unbemerkt, zu erwachen. Die Lymphe beginnt wieder zu fließen, die Knospen schwellen an und der Wald wird wieder grün - von unten nach oben! Die Bäume bleiben rücksichtsvoll ohne Blätter, sodass die Bodenpflanzen und Sträucher die ersten Sonnenstrahlen nutzen können. Um die ersten Zeichen des Frühlings wahrnehmen zu können müssen wir den Boden beobachten und unsere Suche wird punktuell belohnt. Die blühenden Schlüsselblumen und Leberblümchen welche unerwartet zwischen Tüpfelfarn (Engelsüß) und den Steinen hervor sprießen sind nach dem Winter ein lohnender Anblick. Anschließend an diese Blühte sind der Schlehdorn sowie Himbeere und Brombeere an der Reihe und schließlich die Bäume, nicht gleichzeitig, sondern einer natürlichen Ordnung gehorchend.

Wenn wir am Ende diesen Ort dann verlassen, vernehmen wir zum Abschied die Einladung: „Komm wieder und besuche mich, ich habe dir noch viel zu erzählen.’

Diese interaktive Führung, welche in Zusammenarbeit mit Prof. Nimis im Rahmen des Projektes „Dryades’ der „Università di Trieste’ eingerichet wurde, erlaubt es den Holzgewächsen des „Schelm Waldes’ einen Namen zu geben und wir sind sicher, dass dies einen Besuch noch interessanter gestaltet.

Read 3317 times Last modified on Domenica, 23 Dicembre 2012 13:32

Novità

Partner / Projektni partnerji

Università di Trieste, Dip. di Scienze della Vita (Lead Partner), Prirodoslovni Muzej Slovenije, Ljubljana, Univerza na Primorskem -Università del Litorale  Koper/Capodistria, Università di Padova, Dip. di Biologia, Zavod Republike Slovenije za šolstvo Ljubljana, Comune di San Dorligo della Valle - Občina Dolina, Consorzio del Parco Regionale del Delta del Po Emilia Romagna, Agenzia Regionale per la Protezione dell’Ambiente del Friuli Venezia Giulia (ARPA - FVG), Gruppo di Azione Locale Venezia Orientale (GAL Venezia Orientale - VEGAL), Triglavski Narodni Park, Univerza v Novi Gorici

 

Progetto Strumenti interattivi per l’identificazione della biodiversità: un progetto educativo in un’area transfrontaliera (SiiT): finanziato nell’ambito del Programma per la Cooperazione Transfrontaliera Italia-Slovenia 2007-2013, dal Fondo europeo di sviluppo regionale e dai fondi nazionali.

Projekt Interaktivna določevalna orodja za šole (SIIT): spoznavanje biotske pestrosti na čezmejnem območju sofinancirana v okviru Programa čezmejnega sodelovanja Slovenija-Italija 2007-2013 iz sredstev Evropskega sklada za regionalni razvoj in nacionalnih sredstev.



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